Stromausfall ... Sensibilisierung

Stromausfall - Gar nicht so schlimm?
Du kommst Heim und der Radiowecker blinkt. Das wohl bekannteste Indiz für einen Stromausfall, welchen man nicht mitbekommen hat. Wie wahrscheinlich 99% aller Stromausfälle. Dauern diese jedoch wesentlich länger, können dadurch in unserer hoch technologisierten Welt große Probleme entstehen. Dass Strom mehr betreibt als nur das Licht in unserem Haus wird einem oft erst bewusst, wenn er nicht mehr da ist. Daher folgend einfach mal ein paar Stichpunkte um ein Art Brainstorming anzuregen:
- (Tief)- Kühlware
- Elektroherd
- Telefon, Internet (Modem & Router)
- Mobiltelefone, Mobilfunknetz
- Alarmanlage
- elektrische Tore und Rollläden
- Wasserpumpen, Heizungspumpen
- Tankstellen
- elektronischer Zahlungsverkehr
- ärztliche Versorgung (z.B. Dialyse, Intensivmedizin)
- S-Bahn, U-Bahn, Tram, E-Fahrzeuge
Die Stichworte sind, wie gesagt, nur unsortiert und nicht abschließend in den Raum geworfen. Aber schon diese zeigen, dass weit mehr am Strom hängt, als man im ersten Moment denkt. Die entscheidenen Faktoren sind die Dauer des Stromausfalls und die Größe seiner örtlichen Ausdehnung. Gerade zeitlich lässt sich eine gewisse Zeit überbrücken. Man denke an die großen dieselbetriebenen Notstromgeneratoren in Krankenhäusern oder Batteriepuffer im Telekommunikationsbereich. Aber auch deren Kapazitäten sind irgendwann erschöpft.
Wie wahrscheinlich ist ein Stromausfall?
Stromausfälle können geplant oder ungeplant eintreten. Wartungsarbeiten am Netz in einem bestimmten Bereich sind als geplante Stromausfälle bzw. Stromabschaltungen denkbar. In diesem Falle werden, wenn die Wartung es zeitlich zulässt, die Betroffenen vorab informiert. Gegebenfalls setzt der Netzbetreiber auch eine Netzersatzanlage (großes Stromaggregat) ein und man bekommt als Verbraucher nichts von der Wartung mit.
Ungeplante Stromausfälle können sich durch Schäden am Netz ergeben, zum Beispiel durch Kabelschäden bei Baggerbauarbeiten. Hier sind verschiedene Zeitspannen und örtliche Ausdehnungen möglich. In wahrscheinlich 99% sind diese nur kurzweilig und / oder betreffen nur kleiner örtliche Bereiche. Dass es aber auch anders kommen kann, zeigt der teilweise » 31 Stunden anhaltende Stromausfall in Berlin Köpenick im Februar 2019. Unvergessen ist auch der mehrere Tage andauernde Stromausfall im November 2005 im Münsterland (» Münsterländer Schneechaos), nachdem dort unter Eis- und Schneelast zahlreiche Strommasten abknickten.
Man kann festhalten, dass man immer wieder von Stromausfällen betroffen sein kann und wird. Statistisch gesehen war 2018 bei 50,7 Millionen Endverbrauchern jeder durchschnittlich knapp 14 Minuten von einem ungeplanten Stromausfall betroffen (» Bundesnetzagentur - Kennzahlen der Versorgungsunterbrechungen Strom). Zudem muss man erwähnen, dass z.B. 2017 von den Netzbetreibern Maßnahmen zur Verhinderung von weiteren Stromausfällen getroffen wurden, welche etwa 1,4 Milliarden Euro kosteten (» Handelsblatt - Kampf gegen Stromausfälle 2017). 2016 waren es "nur" rund 880 Millionen Euro.
Es wird wahrscheinlich nicht gleich der ganz große Blackout sein, aber auch dieser ist nicht ganz zu verdrängen. Denn, wie an den Eingriffen der Netzbetreiber zu erkennen ist, ist unser Stromnetz mittlerweile weitaus instabiler als man möglicherweise denkt. Das liegt an verschiedenen Faktoren. Erneuerbare Energiequellen (z.B. Solar, Wind) in Verbindung mit der Abschaltung großer Kraftwerke (Atomstrom, Kohlestrom), die europaweite Vernetzung, marode Infrastruktur um nur einige Punkte zu nennen. Stellt man sich das gesamte europäische Stromnetz als großes Kartenhaus vor, so kann jeder Eingriff mit dem Ziehen und wieder Einfügen einer Karte aus der untersten Ebene verglichen werden. Es kann gut gehen, es kann aber auch eine große Kettenreaktion folgen. Und das gesamte Stromnetz dann wieder in Gang zu setzen dauert gewiss länger, als einen Stecker in die Steckdose zu stecken.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Stromausfälle wahrscheinlich sind und sich häufen werden. Kurzweilige, regional begrenzte sicherlich mehr als größere oder der große Blackout. Außerdem, dass schon kleinere Stromausfälle weit größere Auswirkungen haben können als nur Dunkelheit. Daher schadet es nicht, wenn du dir zu dem Thema ein paar Gedanken machst. Das verschafft im Ernstfall Ruhe, wertvolle Zeit und lässt dich vorteilhafter durch die Zeit ohne Strom kommen.
Wir haben ein paar Ideen und Gedankengänge aufgeschrieben, welche dir helfen werden. Zum einen, dich mit dem Thema Stromausfall tiefgründiger zu beschäftigen, zum Anderen bei der Phase des Stromausfalles selbst. Die Informationen sind nicht abschließend, betrachte sie ebenfalls als Gedankenanstoß bzw. Brainstorming!
Stromausfall - Lesestoff
Dinge die während des Stromausfalls praktisch sind
Folgend sind beispielhaft einige Gegenstände und Produkte aufgezeigt, bei welchen es Sinn macht sie während eines Stromausfalls zu besitzen. Nicht alle Gegenstände kommen für jeden in betracht. Auch ist zudem zu beachten, dass einige Gegenstände schon bei kurzen Stromausfällen zweckmäßig sind, andere jedoch eher bei länger andauernden Stromausfällen. Die Liste ist nicht abschließend und dient, wie diese Seite generell, der Gedankenanregung.
Kerzen
Ist der Strom weg ist auch das Licht aus. Damit du nicht im Dunklen stehst, sind Kerzen der absolute Grundausrüstungsgegenstand in Zeiten eines Stromausfalls. Egal wie lange dieser dauert, siehst du nichts, kann es schnell gefährlich werden. Stabkerzen, wie die hier dargestellten, bieten gegenüber Stumpenkerzen den Vorteil, dass diese mit weniger übrigbleibendem Wachs verbrennen. Du hast also mehr ausbeute für dein Geld. Natürlich bringt die beste Kerze nichts, wenn du sie nicht anbekommst. Darum das » Feuerzeug nicht vergessen!
Batterien
Taschenradio, Taschenlampe, Funkgeräte und vieles mehr benötigen Strom. Diese praktischen Helferlinge sind in der Regel batteriebetrieben und leisten daher auch bei einem Stromausfall wertvolle Dienste. Jedoch solltest du in den gängigen Batteriegrößen ausreichend Nachschub in etwas größerer Anzahl haben. Werden sie wirklich gebraucht kommt es ansonsten schnell zu einem Engpass. Mit einem Vorrat der Größen AA und AAA müsstest du zu 90% gut aufgestellt sein. Beachte, dass Batterien auch ein Haltbarkeitsdatum haben!
Taschenlampe
Wie schon im Bereich der Kerzen erwähnt, bedeutet Dunkelheit Gefahr. Über eine gewisse Beleuchtungsmöglichkeit zu verfügen ist enorm wichtig. Kerzen sind jedoch eher für die allgemeine Raumbeleuchtung im innerhäuslichen Bereich geeignet. Daher solltest du definitiv eine Taschenlampe im Fall eines Stromausfalles griffbereit haben. Noch besser ist für jedes Familienmitglied eine eigene. Dank der gängigen LED Technik bieten Taschenlampen heutzutage eine gute Lichtausbeute bei geringem Batterieverbrauch. Kontrolliere aber auch hier regelmäßig deren Einsatzbereitschaft!
Kurbellaterne
Als weiteres Beleuchtungsgerät für den Fall eines Stromausfalls ist eine LED Laterne sinnvoll. Diese kann abgestellt werden um z.B. einen Bereich auszuleuchten und dabei die Hände freizuhaben. Weiterhin bieten zahlreiche Modelle die Möglichkeit einer Aufladung per Kurbel. Das mag nicht immer die einfachste Art der Stromgewinnung sein, bringt aber bei Batterieknappheit einen klaren Vorteil und macht unabhängig im Stromausfall. Bezüglich der freien Hände ist auch eine » Stirnlampe empfehlenswert.
Notfallradio
Bleibt der Stromausfall länger bestehen werden Informationen seitens der Behörden hauptsächlich per Radio zu empfangen sein. Diese lassen sich im Vergleich zum Fernseher Netzunabhängig mit Batterie betreiben und bieten daher während eines Stromausfalls einen großen Vorteil. An Informationen zu gelangen ist nicht nur ein Grundbedürfnis, sondern auch eine absolute Notwendigkeit! Daher solltest du definitiv ein Radio betriebsbereit vorhalten. Ob es, wie das hier gezeigte Modell, mit Kurbel- und Solaraufladung ist, oder klassisch mit Batterien betrieben wird ist zweitrangig. Jedoch bietet die selbstaufladbare Variante entscheidene Vorteile während des Stromausfalls.
Funkgeräte
Kommt es zu einem Stromausfall etwas längerer Dauer, kann die Kommunikation per Festnetz- und Mobiltelefon zusammenbrechen. Unsere Festnetztelefone sind nicht mehr, wie früher, vom Stromnetz unabhängig. Zum einen benötigt der in den meisten fällen dazwischengeschaltete Router Strom oder aber auch die Basisstation des Schnurlostelefons (hier schon keine Funktion mehr bei kurzem Stromausfall). Beim Smartphone ist der Akku der Schwachpunkt. Möchte oder muss man trotzdem im näheren Umkreis mit Familienmitgliedern oder z.B. Nachbarn kommunizieren, dann bieten Funkgeräte eine praktische Lösung des Problems. Die hier von MOTOROLA gezeigten haben sich im persönlichen Test als robust, handlich und funktionell erwiesen.
Passive Kühlbox
Während eines Stromausfalls hält der Kühl- und Tiefkühlschrank noch eine gewisse Zeit seine Kälte. Man sollte diesen möglichst wenig öffnen. Muss man jedoch Kühlprodukte transportieren, z.B. einer Kühlgelegenheit in ein nicht vom Stromausfall betroffenen Gebiet, dann bietet sich der Transport in einer Kühlbox an. Diese hilft die Kühlkette aufrecht zu erhalten und die Ware vor dem Verderben zu bewahren. Eine passive Kühlbox ist ein thermisch gut isoliertes, stromunabhängiges Gefäß. » Kühlakkus können den schadfreien Transport unterstützen. Für mehr Informationen zu » aktiven und passiven Kühlboxen möchte ich auch auf unseren umfassenden Artikel verweisen.
Notstrom Batterie-Puffer
Wer trotz Stromausfall gewisse Geräte unterbrechungsfrei weiterbetreiben will oder muss, für den empfiehlt sich eine sogenannte Unterstromversorgung (USV). Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt um ein Gerät mit einer großen Batterie, welches an die Steckdose angeschlossen ist. Dieses Gerät hat selbst ebenfalls Steckdosen, an welche dann z.B. PC´s, Faxgeräte, Telefonbasisstationen usw. angeschlossen werden. Im Normalzustand wird alles über das Stromnetz betrieben und die Not-Batterie geladen. Kommt es zum Stromausfall, übernimmt die geladene Not-Batterie automatisch die Stromversorgung. Damit lassen sich je nach Leistungsabnahme und Ausstattung der USV gewisse Stunden eines Stromausfalls überbrücken.
Notstrom-Aggregat
Du willst dich auch gegen länger andauernde Stromausfälle absichern? Zudem benötigst du etwas mehr Notstrom-Leistung und willst flexibler sein? Dann könntest du überlegen, ob das Vorhalten eines Notstrom-Aggregates für dich in Betracht kommt. Wer z.B. als Gartenbesitzer seine Garten-Wasserpumpe zur Bewässerung einsetzen möchte, hätte beim Stromausfall schlechte Karten. Nicht jedoch der, der ein Notstrom-Aggregat hat. Auch andere Gerätschaften lassen sich damit komfortabel weiterbetreiben. Bei der Auswahl der Leistungsfähigkeit sollte man nicht am falschen Ende sparen. Mit 1-2 Kilowatt Leistung, wie bei dem hier exemplarisch dargestellen Gerät, sollte man in der Regel gut aufgestellt sein. Alles darüber sollte abgewogen werden. Wer auf ein Notstrom-Aggregat setzt, sollte auch an Treibstoff denken. Diese sind praktisch in solchen » Kanistern zu lagern.
Gaskocher / Campingkocher
Dauert ein Stromausfall doch länger als die durchschnittlichen 14 Minuten 2018 (siehe oben), wird man irgendwann speisen wollen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft empfiehlt gewisse Vorräte für Katastrophenfälle zu lagern. Schlecht nur für Haushalte mit Elektroherd. Nudeln, Reis und Konserven schmecken kalt nicht. In diesem Falle bietet es sich an, einen kompakten Campingkocher mit Gaskatuschen griffbereit zu haben. Diese sind sicher in der Anwendung, platzsparend zu lagern und sorgen auch während des Stromausfalls für kulinarische Vielfalt. Dies sind passende » Ersatz-Gaskatuschen für das gezeigte Modell.
Was noch?
Wie eingangs erwähnt, sollen dir die gezeigten Produkte als Denkanstoß dienen und sind nicht abschließend. Je nach Art und Dauer des Stromausfalls kommen noch ganz andere Dinge in Betracht. Generell immer solltest du haltbare Nahrungsmittel, Wasser und gewisse Hygieneprodukte für einen bestimmten Zeitraum vorrätig haben. Dass es, entgegen vieler Behauptungen, zu Engpässen in der Versorgung in Teilbereichen kommen kann, wurde in der Corona-Krise 2020 bewiesen. Am Ende der Seite (unter den Kommentaren) findest du noch eine Box mit interessanten Links zum Thema Stromausfall.
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